In der Schule müssen die Kinder lernen. In den Ferien wollen sie es. Die zehn Tage, die die Jugendlichen in Osterode bei den Sprachworkshops verbrachten, haben einmal mehr gezeigt, dass die Ferien eine hervorragende Gelegenheit sind, Lernen und Spaß miteinander zu verbinden und gleichzeitig die Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Region kennenzulernen.
Vom 26. Juli bis zum 5. August 2026 fanden in Osterode 10-tägige Sommer-Sprachworkshops für Kinder von Mitgliedern des Verbandes der deutschen Vereine in Ermland und Masuren. Daran nahmen 25 Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren teil. Es handelte sich um Kinder von Mitgliedern deutscher Vereine aus Bartenstein, Landsberg, Lyck, Heilsberg , Neidenburg , Malditen und Osterode.
Das Programm der Workshops umfasste 20 Stunden Deutschunterricht sowie praktische Übungen während aller anderen Aktivitäten. Diese waren so zahlreich und attraktiv, dass die Kinder manchmal um ein Pausenbrot anstelle des Mittagessens baten, weil sie keine Zeit mit dem Essen in der Kantine verlieren wollten.
Der wichtigste Bestandteil des Projekts waren die Deutschstunden. Sie fanden im Deutschen Haus statt, also im Sitz des Ostróder Vereins der deutschen Minderheit „Jodły“. Das Leitthema des Unterrichts war Sport. Die Kinder lernten und festigten den Wortschatz rund um den Sport, die Namen der Sportarten und der Sportausrüstung. Wenn es zum Beispiel um Fußball ging, lernten sie den Wortschatz zu dieser Sportart sowie zu den dazugehörigen Accessoires und der Ausrüstung. Außerdem lösten sie
Grammatikübungen. Ein weiteres wichtiges Thema war ein Minijob während der Ferien.
Im Rahmen dieses Themas lernten sie Ausdrücke rund um Ferienjobs, das Helfen anderer und Geld. Im Unterricht übten sie untereinander Gesprächssituationen und Dialoge, sangen deutsche Lieder und entwickelten ihre Kommunikationsfähigkeiten durch Spiele, Sprachspiele und kreative Aufgaben. Zum Abschluss dieses Themas mussten się einen Comic darüber zeichnen, was sie in den Ferien tun können, um Geld zu verdienen. Was haben sie sich am häufigsten ausgedacht? Den Eltern bei verschiedenen Hausarbeiten zu helfen. Am Ende des Workshops fand ein Test in
Deutsch statt, um zu überprüfen, wie viel von dem vermittelten Wissen die Teilnehmer verinnerlicht hatten. Wie viel? 95–100 %. Das ist ein sensationelles Lernergebnis, wenn man bedenkt, dass in der Gruppe auch Kinder mit geringeren Deutschkenntnissen waren. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Projektteilnehmer dank des intensiven Sprachunterrichts Sprachbarrieren überwunden und ihre aktiven Deutschkenntnisse in den behandelten Themenbereichen verbessert haben.
Die Workshops haben erneut gezeigt, dass die Ferien eine hervorragende Gelegenheit sein können, Lernen, Spaß und das Kennenlernen der Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Region miteinander zu verbinden.
Das abwechslungsreiche Programm verband Bildung mit aktiver Erholung, der Förderung von Talenten und dem Kennenlernen der Sehenswürdigkeiten von Ermland und Masuren. Deshalb unternahmen die Kinder eine Schifffahrt auf dem Drwęckie-See, besuchten Frombork und Tolkmicko, wo sie Orte besichtigten, die mit der deutschen Geschichte verbunden sind. Dazu gehörten unter anderem die Stadtmauern und der Nikolaus-Kopernikus-Turm.
Außerdem bestiegen sie den Turm der evangelisch-methodistischen Kirche in Osterode, von dem aus sich ein malerischer Blick auf die Stadt und den Drwęckie-See bietet. Ein besonderer Programmpunkt war zudem ein Spaziergang durch Osterode mit Henryk Hoch, dem Vorsitzenden des Vereins „Jodły“, der den Teilnehmerinnen die Geschichte der Stadt sowie das kulturelle Erbe der Region Ermland und Masuren näherbrachte. Außerdem wurde das „Deutsche Haus“ – der Sitz der deutschen Minderheit in Osterode – besucht, wo die Teilnehmer die Angehörigen der Minderheit und deren Geschichte kennenlernten.
Großes Interesse fanden die künstlerischen Workshops. Auf der Seebrücke in Osterode malten die Teilnehmer Bilder auf Leinwand, bastelten bunte Bilderrahmen und Armbänder. Auch eine Modenschau, eine Talentshow und Filmabende mit deutschen Filmen durften nicht fehlen.
Die Kinder nahmen außerdem an einem Konzert im Rahmen der „Osterode-Tage“ teil, bei dem Carla Fernandes und Wiktor Dyduła auftraten.
„Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums
des Innern durch den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen
finanziert, sowie aus Mitteln des Ministeriums für Inneres und Verwaltung in Warschau.“
