Essen wie Reichskanzler Bismarck
Bayern, das ist nicht nur BMW, München, das Oktoberfest und die Alpen. Es gibt noch viel, viel mehr interessante Orte, Geschichte und Menschen. Davon konnten sich die Mitglieder des Vereins „Heimat“ überzeugen.
„Wir entdecken Bayern“ lautete der Titel der Veranstaltung, die am 15. August im Verein der deutschen Minderheit „Heimat“ in Szczytno stattfand. Sie war der Kultur, Geschichte, den Traditionen und bekannten Persönlichkeiten Bayerns gewidmet. An der Veranstaltung nahmen 25 Personen teil; moderiert wurde sie von Redakteur Uwe Hahnkamp. Warum gerade Bayern?
„Weil Stuttgart – die Heimatstadt von Redakteur Hahnkamp – an erster Stelle stand. Bayern ist ein sehr interessantes Bundesland, daher haben wir beschlossen, unseren Landsleuten Deutschland zunächst anhand dieses Bundeslandes näherzubringen“, erklärt Paweł Samsel, Vorsitzender des Vereins „Heimat“.
Während des Treffens stellte Redakteur Hahnkamp bayerische Mythen und Legenden vor und gab Einblicke in die Traditionen und die Küche Bayerns. Aus diesem Anlass bereiteten einige Teilnehmer den traditionellen Pichelsteiner Eintopf zu, den anschließend alle gemeinsam genossen. Dabei handelt es sich um einen Fleisch-Gemüse-Eintopf, der in einem einzigen Topf zubereitet wird. Er stammt aus Bayern und besteht aus verschiedenen Fleischsorten (in der Regel Rind, Schwein und Hammel) sowie Gemüse: Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln, die gemeinsam in Brühe geschmort werden. Sein Name leitet sich vom Hügel Büchelstein ab, auf dem seit 1839 ein Volksfest stattfand. Reichskanzler Otto von Bismarck schätzte ihn sehr, weshalb er manchmal auch als „Bismarck-Eintopf“ bezeichnet wurde.
Die Mitglieder von „Heimat“ lernten außergewöhnliche Persönlichkeiten kennen, die mit Bayern verbunden sind u. a. König Ludwig II., der als Erbauer märchenhafter Schlösser, Kunstliebhaber und Nachtmensch berühmt wurde, aber als „verrückter Herrscher“ in die Geschichte einging. Er starb unter mysteriösen Umständen. Außerdem hörten sie eine Geschichte über einen anderen „König“: den Senfkönig, also Johann Conrad Develey, sowie über Papst Benedikt XVI.
„Es war ein sehr interessantes Treffen. Eine Gelegenheit, einen spannenden Vortrag zu hören, aber auch, in der Atmosphäre deutscher Kultur und Tradition zusammenzukommen. Wir werden uns bemühen, dass das Kennenlernen der deutschen Bundesländer zum Thema unserer regelmäßigen Treffen wird“, plant Paweł Samsel.
Das Treffen mit dem Titel „Wir entdecken Bayern“ wurde vom Verband der deutschen sozial-kulturellen Vereine in Polen finanziert.
