Sommerwerkstatt der Kinder der deutschen Minderheit

Sommerwerkstatt der Kinder der deutschen Minderheit

Wo kann man im Unterricht sein Handy benutzen? Wo kann man Metallplastiken aus … Papier machen? Wo gibt es einen solchen Ort, an dem die Kinder brav sind? Dieser Ort ist die Werkstatt des Verbands der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren.

Das Osteroder Schul- und Erziehungszentrum ist ein idealer Ort für junge Menschen. Das geräumige Gebäude mit sehr guten sozialen Bedingungen, mit einem großen Platz, auf dem ein Spielfeld und Geräte zur Erholung sind, ist im Stadtzentrum gelegen. Überallhin ist es von dort aus nah. Deswegen sucht auch der Verband der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren keinen anderen Platz, und er langweilt die Kinder nicht. Die diesjährige Werkstatt dauerte vom 15. bis 29. Juli. An ihr nahmen 25 Kinder im Alter von 9-13 Jahren aus den deutschen Gesellschaften in Bartenstein, Braunsberg, Elbing, Rastenburg, Sensburg und Osterode teil. Auf dem Programm standen unter anderem die Besichtigung von Osterode, darunter der Deutschordensburg aus dem 14. Jahrhundert, in der sich das Museum befindet, ein Besuch im Collis-Park und Gokartfahren, Fahrten mit dem Tretboot, Unterricht in den Grundlagen der Ersten Hilfe, ein Besuch im Polizeikommissariat, Kegeln, ein Besuch im Palast in Karnitten sowie ein Konzert im Amphitheater, bei dem Folkloregruppen aus Indien, Paraguay, Ungarn, Serbien und Kroatien auftraten. Die Kinder hatten auch ein Treffen mit dem berühmten Tischtennisspieler und Repräsentanten Polens in seiner Sportart Tomasz Krzeszewski. Aber nicht nur mit dem Vergnügen waren sie während ihres Aufenthalts in Osterode beschäftigt. Viel Zeit widmeten sie auch manuellen Lektionen, die von Danuta Niewęgłowska aus Bartenstein geleitet wurden. In ihnen lernten sie die Anfertigung von Schmuck in Decoupage-Technik. Das größte Interesse weckte die Herstellung von Armbändern auf Schablonen aus Kartons. Sehr gefiel ihnen noch das Malen von PustebluJedes Mal etwas anderes Wo kann man im Unterricht sein Handy benutzen? Wo kann man Metallplastiken aus … Papier machen? Wo gibt es einen solchen Ort, an dem die Kinder brav sind? Dieser Ort ist die Werkstatt des Verbands der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren. men und das Schaffen von Papierbildern zur Vortäuschung von Metallplastiken. Sie lernten auch deutsche Lieder und Volkstänze, und hatten sogar Unterricht in Deutsch, die mit ihnen Katarzyna Szczyglak durchführte, eine Germanistin und Direktorin der Grundschule Nr. 3 in Osterode, die Deutsch in der Osteroder deutschen Gesellschaft unterrichtet. Ihr Deutschunterricht unter Nutzung von Handys gefiel den Kindern sehr und sie nahmen ihn gar nicht als Unterricht wahr. Viele der Teilnehmer der Werkstatt waren das erste Mal auf ihr. Rekordträger ist Paweł Urbański aus Bartenstein. Das ist sein 6. Sommer in Osterode. – Jedes Mal gibt es etwas anderes. Alles gefällt mir hier, am meisten das Machen verschiedener Dekorationen, versichert Paweł, der in Kürze 13 Jahre alt wird. Kajetan Heinrich aus Osterode ist das 3. Mal auf der Werkstatt. Er versichert, dass er den Rekord von Paweł schlagen und sieben Mal auf der Werkstatt sein will. Obwohl er aus Osterode ist, ist es ihm auf der Werkstatt nicht langweilig, alles gefällt ihm sehr, besonders die Tänze und die Herstellung von Schmuck. – Mama hat mir geschrieben, aber wenn sie mir nicht geschrieben hätte, hätte ich geweint, behauptet Kajetan. Wiktoria Klimek (13) aus Bartenstein ist zum ersten Mal auf die Werkstatt gefahren. – Mich und auch noch meine jüngere Schwester hat meine Cousine Dominika überredet, die vor einem Jahr in Osterode war und der es sehr gefallen hat. Mir gefällt es auch. Schade, dass ich in einem Jahr nicht hier sein kann, seufzt sie. Die Erzieherinnen Magdalena Lach und Urszula Żuk sind in ihrer Kindheit auch auf die Werkstätten des Verbandes gefahren. – Wir sollten uns vielleicht irgendein Angebot für Jugendliche im Alter von 13-17 Jahren überlegen, denn außer der Olympiade und dem Liederwettbewerb können wir Ihnen nicht viel vorschlagen, überlegt Henryk Hoch, der Vorsitzende des Verbands und Organisator der Werkstatt. Danuta Niewęgłowska, die Leiterin der Werkstatt, lobt ihre diesjährigen Schützlinge sehr. – Ich hatte schon lange nicht mehr eine solche disziplinierte Gruppe. Sie sind gut organisiert, führen die Anweisungen aus, sind brav, und was das Wichtigste ist – sie arbeiten von Anfang an zusammen und unterhalten sich miteinander. Heute können nicht alle Jugendlichen miteinander sprechen. Einigen dienen dazu SMS, verrät sie.

Die Sommerwerkstatt in Osterode organisiert der Verband der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren. Finanziert wurde sie vom Ministerium für Inneres und Verwaltung in Warschau, dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Danzig sowie dem Verband der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren. Große Hilfe bei der Durchführung der Werkstatt gab es von der Gesellschaft „Tannen“ in Osterode.