Treffen zweisprachiger Familien

Treffen zweisprachiger Familien

Das beste Geschenk für das ganze Leben Welches beste Geschenk für das ganze Leben können ihren Kindern zweisprachige Eltern geben? Zwei Sprachen. Davon überzeugten die Organisatoren des Treffens für zweisprachige Familien in Allenstein.

Vierzig Personen, darunter viele Kinder, erschienen auf dem ersten Treffen zweisprachiger Familien, dass am 2. Juni in Allenstein das Haus für deutsch-polnische Zusammenarbeit in Gleiwitz organisierte. Es kamen nicht nur Allensteiner und Personen aus der Umgebung, sondern auch aus Osterode, Ortelsburg, Sensburg und Deutsch Eylau. Der größte Teil war daran interessiert, den Kindern parallel Polnisch und Deutsch beizubringen, aber es gab auch englischsprachige. Im ersten Teil des Treffens sprach über seine Erfahrungen in der Erziehung von Kindern Lucjan Dzumla, der Direktor des Hauses für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Die Dzumlas haben eine Tochter von 14 und einen Sohn von 11 Jahren. Die Mutter redet mit den Kindern nur auf Deutsch, der Vater – nur auf Polnisch. Der Effekt? Die Kinder sprechen fließend in beiden Sprachen. Der Schlüssel zum Erreichen eines solchen Sprachniveaus ist laut Lucjan Dzumla Konsequenz. Die Kinder verbinden automatisch die Sprache mit der Person. Man darf, wenn man sie unterrichten will, ihnen diesen Automatismus nicht stören. Deswegen sprechen die Eltern immer und überall, auch in Ämtern, der Schule, beim Arzt usw. mit den Kindern in ihrer Sprache. Die Dzumlas sind nicht auf Anzeichen von Abneigung oder Intoleranz gegenüber dem Deutschen gestoßen. – Gibt es irgendwelche Krisen und wann treten sie auf, wollten die Anwesenden wissen. Eine Krise tritt in der Schule auf. Dort dominiert die polnische Sprache und die Kinder versuchen mit beiden Eltern Polnisch zu sprechen, weil das für sie angenehmer ist. Ein Rezept dagegen ist Konsequenz. Selbst, wenn sie die Mutter etwas aus Polnisch fragen, antwortet sie ihnen auf Deutsch. Lucjan Dzumla übermittelte den Versammelten noch viele andere Erfahrungen und Hinweise zum Vorgehen. Seine Erfahrungen bestätigten die Helden von drei kurzen Filmen, die ihre Kinder ebenfalls zweisprachig erziehen. Außerdem zeigte er den Eltern, welche Hilfen und Weisen sie nützen können, wenn sie ihren Kindern die deutsche Sprache beibringen wollen. Und das sind: Vorlesen von Märchen auf Deutsch, Anschauen von deutschem Fernsehen oder Filmen für Kinder aus YouTube, das Hören von Liedern und deutschem Radio oder Audiobooks, das Lesen deutscher Presse und in Urlaub fahren nach Deutschland. Es geht darum, sie mit der Sprache von allen Seiten zu umgeben, unterstrich Dzumla. Im zweiten Teil des Treffens referierte Barbara Chyłka, Direktorin einer Schule mit Deutsch als Minderheitensprache und Methodenberaterin für Zweisprachigkeit zu dieser Frage aus Sicht der Lehrer. Den dritten Teil des Treffens widmeten die Organisatoren dem Einführen von Eltern in Spiele, die beim Lernen der deutschen Sprache hilfreich sind. In der Zeit, in der die Eltern geschult wurden, vergnügten sich die auf dem Treffen anwesenden Kinder unter Aufsicht von Instruktorinnen, legten verschiedene Puzzle und fertigten plastische Arbeiten an. – Das ist ein sehr gutes Treffen. Ich freue mich, dass ich dazu gekommen bin. Wir wollen unser Kind zweisprachig erziehen. Es liegt uns daran, dass es gut Deutsch spricht. Jetzt werden wir überlegen, wie wir das machen. Der erste Schritt wird die Einführung von Unterricht in Deutsch als Muttersprache in der Schule sein, in die unser Sohn ab September gehen wird, versichert Paweł Samsel aus Ortelsburg. Katarzyna Rzempołuch-Pallasek aus Allenstein hat einen Deutschen als Mann und einen neunjährigen Sohn. – Mein Mann spricht mit dem Sohn nur auf Deutsch, ich nur auf Polnisch, und miteinander reden wir auf Englisch. Unser Sohn redet perfekt in drei Sprachen. Ich bin zu diesem Treffen gekommen, um mich zu vergewissern, ob wir das gut machen, wie wir an der Sprache arbeiten bewertet sie. Dorota Graack aus Stabigotten kam auf Hinweise hin. – Ich habe einen zehnjährigen Sohn. Er spricht sehr gut Englisch. Meine Großeltern auf beiden Seiten sprachen zuhause auf Deutsch. Ich habe das Deutsch meines Sohne vernachlässigt, möchte aber sehr, dass er es spricht. Ich bin hierher gekommen, um zu erfahren, wie ich das machen kann. Solche Treffen machen wir in Schlesien schon seit sechs Jahren. Es ist so, dass wir es im Ermland das erste Mal machen. Warum machen wir solche Treffen? Weil Eltern, wenn sie ihrem Kind Zweisprachigkeit oder auch Vielsprachigkeit sichern können, ihm das beste Geschenk für das ganze Leben geben. Zwei- oder vielsprachige Kinder sind selbstsicherer, haben bessere Ergebnisse im Unterricht, finden leichter Freunde und halten Kontakte, finden leichter Arbeit, haben ein glücklicheres Leben und Vielsprachigkeit soll auch Symptome von Alzheimer verzögern, erklärt der Direktor des Hauses für Zusammenarbeit. Detaillierte Informationen zum Thema der Einführung von Zweisprachigkeit und dem Festhalten an ihr kann man auf der Internetseite des Hauses für deutsch-polnische Zusammenarbeit finden: bilingua.haus.pl.