Osterode – Unerwarteter Besuch

Osterode – Unerwarteter Besuch

Er nahm Erinnerungen mit und ließ ein Geschenk da

Das Deutsche Haus der Gesellschaft der deutschen Minderheit in Osterode besuchte gegen Ende September un- erwartet Justus Döring, sein ehemaliger Bewohner. Er besichtigte es nicht nur, sondern ließ auch ein großzügiges Geschenk da.

Justus Döring ist der Sohn des ehe- maligen Eigentümers des Deutschen Hauses in Osterode in der ulica Her- dera. Dieses Haus hat seine Vater 1938 gebaut und es war ein Wohn- gebäude. Sein Vater war Miteigentü- mer der Gesellschaft Thiel & Döring, die ein Warenhaus am Alten Markt in Osterode führte. Heute steht an die- ser Stelle ein Wohnblock. Im Januar 1945 musste die Familie Döring mit dem 12-jährigen Justus vor der sow- jetischen Armee fliehen. Die Altstadt brannten die Russen nieder, aber das Haus in der ulica Herdera blieb ste- hen.

Während seines Besuchs im Deut- schen Haus mit seiner Betreuerin Anna Treder und ihrem Mann kehrte der heute 91-jährige Justus Döring in seinen Erinnerungen in die Jahre der Kindheit zurück.

– Ich erfuhr, welche Bestimmung die einzelnen Räumen hatten und wer sie bewohnte, wo die Küche war, wo das Schlafzimmer der Eltern. Zum Beispiel wohnte Justus mit seinem Bruder Peter im ersten Stock, dort wo heute das Klassenzimmer für den Deutschunterricht ist. Er zeigte mir, was von der Originaleinrichtung noch erhalten war, u.a. der Kamin und die Einrichtung des Kaminzimmers, die Treppe, einige Türen, die Fenster. Auch der heutige Hof hat dieselben Grenzen wie zu seinen Zeiten. Und es steht dort noch die Garage, erzählt Henryk Hoch, der Vorsitzende der Ge- sellschaft der deutschen Minderheit „Tannen“, die der heute Eigentümer des Hauses ist.

Der Vorsitzende wiederum erzählte dem Gast über die heutige Bestimmung seines Elternhauses, davon, wer es nutzt und was in ihm macht, darunter auch über die Probleme mit den ho- hen Heizkosten.

– Ich helfe euch finanziell, denn die Kinder dürfen wäh- rend des Unterrichts u.a. des Samstagskurses nicht frieren, versprach Justus Döring.

Und was er sagte, das tat er auch.

– Wir danken Dir, Justus, für die großzügige Unterstützung, wünschen Dir viel Gesundheit und grüßen die ganze Familie Döring, dankte Henryk Hoch.

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