Lötzen – Sprachwerkstatt

Lötzen – Sprachwerkstatt

Deutsch nicht nur in besonderen Situationen 

Viele Mitglieder der deutschen Gesellschaften bedienen sich der deutschen Sprache nur in besonderen Situationen. Und deswegen verschlägt es ihnen in alltäglichen Momenten manchmal die Sprache. Das sollte und kann man ändern – versichern sie in Lötzen.

Deutsch für den Alltag in verschiedenen Situationen, so lautete das Leitthema der Sprachwerkstatt, die am 14. Juli in der deutschen sozialkulturellen Gesellschaft in Lötzen stattfand. Warum Deutsch für den Alltag? 

– Weil ich bemerkt habe, dass leider der größere Teil unserer Leute Probleme damit hat, sich frei der deutschen Sprache zu bedienen. Es fehlen ihnen die sprachlichen Kontakte, und weil sie nicht täglich sprechen, vergessen sie auch noch das, was sie schon wissen. Ziel dieser Werkstatt war also das Auffrischen der Kenntnis der deutschen Sprache, damit sich unsere Leute – ob bei Kontakten untereinander oder auf Ausflügen – frei bedienen, erklärt Oliver Geis, Mitglied der Gesellschaft, der die Werkstatt organisiert und durchgeführt hat.

Unter seiner Anleitung unterhielten sich die Teilnehmer sechs Stunden lang mit kleinen Pausen über verschiedene Themen, z.B. Einkäufe und Gesundheit, kauften Fahrkarten, erledigten Sachen auf der Post usw. Der Lehrer diktierte ihnen verschieden Szenen, sie verkörperten die einzelnen Rollen und redeten und redeten in zwei- bis dreiköpfigen Gruppen. Fleißig wurden auf diese Weise zwanzig Personen geschult, hauptsächlich aus der mittleren Generation, aber auch einige Jugendliche. 

– Werkstätten, sogar solche langen wie diese, lösen das Problem nicht, denn neuen Wortschatz sollte man mit mindestens fünf Wiederholungen festigen, und dafür hatten wir hier nicht genügend Zeit. Und man sollte sprechen und sprechen. Deswegen planen wir weitere Schulungen. Übrigens war auch diese Werkstatt kein einmaliges Ereignis, denn wir haben uns schon früher sprachlich geschult, bemerkt Oliver Geis.

Sein Plan ist die Verbindung von sprachlichen Werkstätten mit Unterricht zur Geschichte Ostpreußens. Auf diesem Gebiet haben, wie er bemerkt hat, nicht nur die Lötzener beträchtliche Lücken. 

Oliver Geis ist kein Deutschlehrer, sondern von der Ausbildung Theologe. 

– Ich bin also gelehrt und gewohnt, viel zu sprechen und öffentlich aufzutreten, fügt er mit einem Lachen hinzu.