Was sagt uns eine Maske?
Masken und szenisches Schminken waren die Themen der diesjährigen Theaterwerkstatt. Vorbereitung auf den Karneval? Vorbereitung, selbstverständlich, aber eher auf den Advent. Und es ging überhaupt nicht um Vergnügen.
Die Werkstätten des Jugendtheaters „Spiegel“ gehören schon zu den festen Terminen in seinem Kalender. In diesem Jahr fanden sie vom 15. bis 20. August im Hotel „Górecki“ statt. An ihr nahmen zehn Mitglieder des Theaters teil, darunter zwei mit Erfahrung und der Rest neue. Außerdem kamen zu ihr fünfzehn Kinder aus Schlesien und dem Oppelner Schlesien, Teilnehmer des Projekts Jugendbox.
Die Jugendlichen lernten unter Anleitung von Mariusz Królikowski, einem plastischen Künstler, der mit der deutschen Gesellschaft „Warmia“ inHeilsberg zusammenarbeitet, gemeinsam das Anfertigen von Masken. Szenische Charakterisierung brachte ihnen ebenfalls eine plastische Künstlerin bei, Grażyna Kraczek. Die dritte Aufgabe war Tanz, den mit ihnen Irena Ruszczyk übte. Doch wozu das Ganze?
– Wir haben die Anfertigung von Masken und szenischem Schminken gelernt, um mit ihrer Hilfe auf der Bühne Emotionen auszudrücken. Das ist eine Möglichkeit, sie zu zeigen. Tanz hingegen ist eine Vorbereitung auf die neue Premiere, die das Theater beim diesjährigen Adventstreffen „Bethlehem der Nationen“ zeigen möchte, erklärt Ewa Huss-Nowosielska, die Leiterin des Theaters „Spiegel“. Wird das ein Ballett?
Nein. „Spiegel“ bereitet die Aufführung des Märchens von Aschenputtel vor, und in diesem Märchen tanzt Aschenputtel schließlich auf dem Ball und erobert das Herz des Prinzen. Aber die Jugendlichen trainierten nicht im Ballsaal des Hotels „Górecki“. Wo dann? Auf der Heilsberger Burg und um das Gradierwerk herum. Sie weckten dort großes Interesse.
Im Programm der Werkstatt gab es auch Momente für Entspannung. Das war ein Ausflug mit dem Bus nach Frauenburg und Wormditt sowie nach Rößel, und dort eine Kletterei auf den Kirchturm, von dem aus sich ein schöner Ausblick ausbreitet.
Ewa Huss-Nowosielska, die Hauptorganisatorin der Werkstatt, kann die Jugendlichen nicht genug loben.
– Sie verhielten sich ideal, waren diszipliniert, brachten nichts in Unordnung, verspäteten sich nicht, und arbeiteten mit, versichert sie. Und den Jugendlichen hat es auch gefallen. Ein Mädchen aus Schlesien hat dem Vernehmen nach sogar einen Brief an die Eltern geschrieben und sich bedankt, dass sie sie für die Werkstatt angemeldet haben, auf die sie nicht besonders gern fahren wollte, fügt die Chefin des Theaters hinzu.
