Mohrungen – Zu Besuch in Bad Nenndorf

Mohrungen – Zu Besuch in Bad Nenndorf

Sie leben immer noch ihrer Heimat

Wenn es Lied auf dem Treffen der Kreisgemeinschaft Mohrungen nicht gegeben hätte, müsste man sich schämen. Aber es war dort vertreten. Es könnte die inoffizielle Hymne von Mohrungen sein. Um welches Lied geht es?  

Vom 12. bis zum 14. September war eine zweiköpfige Delegation der Gesellschaft der deutschen Bevölkerung „Herder“ in Mohrungen auf dem Treffen der Kreisgemeinschaft Mohrungen in Bad Nenndorf in Niedersachsen. Das waren Waldemar Mańka, der Vizevorsitzende, und Renata Ciszewska, Mitglied des Vorstands.  

Sie fuhren auf Einladung der Kreisgemeinschaft Mohrungen, die ihre Reise finanzierte. Für die Kreisgemeinschaft kümmerte sich ihre Vorsitzende Ingrid Tkacz um sie. 

Am Samstag, dem 13. September nahmen die Mohrunger an einer offenen Versammlung der Kreisgemeinschaft teil. Auf ihr wurde ihre Aktivität zusammengefasst und laufende Angelegenheiten besprochen. Nach der Versammlung war Zeit für integrierende Gespräche und einen Dokumentarfilm über Ostpreußen. 

Sonntag war der offizielle Tag. Deswegen sangen auch alle die Hymnen von Deutschland und Ostpreußen und gedachten der Toten mit einer Schweigeminute. Aber da es ein Treffen der Mohrunger war, sangen sie auch „Ännchen von Tharau“, das Johann Gottfried Herder, der bislang bedeutendste Bürger der Stadt,  ins Hochdeutsche übersetzt hat. Im offiziellen Teil mit den Ansprachen gab es auch eine Referat von Horst Sommerfeld über die Flucht der Bevölkerung aus Ostpreußen über das Frische Haff. In diesem Jahr jähren sich jene schrecklichen Ereignisse zum 80. Mal. 

Der inoffizielle Teil fand nach dem bekannten Schema statt: bei Kaffee erneuerten die Teilnehmer alte Kontakte, knüpften neue Bekanntschaften, erinnerten sich, lachten und weinten. 

– Für uns sind diese Treffen eine wahre sentimental journey. Das Bewegende ist, dass diese Menschen so stark ihrer früheren Heimat leben. Leider geht aus der Versammlung der Kreisgemeinschaft hervor, dass sie ähnliche Probleme haben wie wir: das Nachlassen der Aktivität der Mitglieder mit dem Alter und das Fehlen junger Menschen, die die Tätigkeit der Organisation fortsetzen könnten, fasst Waldemar Mańka zusammen.