Der Lycker Wasserturm, in dem sich das von der Gesellschaft der deutschen Minderheit geführte „Museum des Wassertropfens“ befindet, ist ein hübsches und stilvolles Gebäude, das des Photographierens wert ist. Aber niemand hatte erwartet, dass es der Hauptheld einer Malerei-Vernissage werden würde.
Mitte Juni fand in der Gesellschaft „Masuren“ die Vernissage einer Ausstellung mit Malerei von Edmund Korzeniewski statt. Zu ihr kamen etwas 200 Personen, Bekannte und Freunde des Malers, Studenten der Lycker Altersuniversität und Mitglieder der Gesellschaft „Masuren“. Unter den Gästen waren auch Tomasz Andrukiewicz, der Stadtpräsident, und Dr. Rafał Żytyniec, der Direktor des Historischen Museums in Lyck.
Auf der Vernissage zeigte Edmund Korzeniewski 25 Bilder hauptsächlich vom Wasserturm. Er hatte sie in verschiedenen Techniken gemalt, einige waren farbig, andere schwarzweiß. Sie stellten den Turm zu verschiedenen Jahreszeiten und bei verschiedener Beleuchtung dar. Der Künstler erklärte, wie er sie gemacht hatte und was ihn in dem gegebenen Moment inspiriert hatte. Er hatte nicht nur Bilder gemalt, sondern gemeinsam mit seiner Frau auch einen Imbiss für die Gäste vorbereitet. Im Verlauf der Veranstaltung stellte sich schnell heraus, dass Edmund Korzeniewski gerade an diesem Tag, dem 15. Juni, seinen 77. Geburtstag beging, also erwärmte sich die Atmosphäre noch weiter. Nach der Vernissage fand eine Versteigerung statt. Es wurden drei Bilder verkauft. Die übrigen kamen in das „Museum des Wassertropfens“ und bleiben dort für immer. Man kann sie bereits im ersten Stockwerk besichtigen. Am Ende der Veranstaltung gab Irena Szubzda, die Vorsitzende der „Masuren“, ein Konzert auf dem Akkordeon. Es wurde heiter und heimelig.
Wer ist Edmund Korzeniewski?
Er ist ein Lycker, der im Jahr 1984 in die Vereinigten Staaten emigrierte. Er studierte an den New Yorker Schulen The Parsons School of Design, The New School, Manhattan Graphics Center, The Lower East Side Print Shop und Cooper Union College. Seine Arbeiten präsentierte er in 140 Einzel- und Gruppenausstellungen in den USA, Polen, Indien, England, Frankreich, Ungarn und der Ukraine. Sie befinden sich in vielen Sammlungen. Er betreibt Malerei, aber vor allem unkonventionelle graphische Techniken. Wie kam es dazu, dass er die Vernissage gerade unter dem Turm organisiert hat?
– In seinem Namen hat das sein Bruder vorgeschlagen – ebenfalls eine Lycker, der mit Antoni Szubzda aus unserer Gesellschaft bekannt ist, der sich um den Turm und seine Sammlungen kümmert. Wir haben sofort zugestimmt, denn das ist ein wichtiges Ereignis, das unsere Organisation bekannter macht, erklärt Sabina Kozłowska, Vorstandsmitglied der „Masuren“.
