Nicht zuwachsen und in Vergessenheit geraten lassen.
Das schlechte Wetter hielt die Mitglieder der Gesellschaft der deutschen Minderheit in Hohenstein nicht davon ab, den Kriegsfriedhof aufzuräumen.
Den Frühjahrsputz auf dem sogenannten kleinen Kriegsfriedhof in Hohenstein hatte die Gesellschaft für den 17. Mai geplant. Das Wetter war für eine solche Arbeit fatal: Kälte, Wind und alle paar Minuten Regen. Trotz der widrigen Bedingungen kamen elf Personen zu der Aktion. Von acht Uhr morgens bis etwa vierzehn Uhr arbeiteten sie gewissenhaft und räumten den Friedhof auf.
Um diesen Friedhof kümmert sich die Gesellschaft schon seit einigen Jahren. Er war stark vernachlässigt und vor allem zugewachsen. Die Mitglieder der Organisation schnitten das Gebüsch zurück und entfernten unnötige Vegetation, brachten das stark beschädigte Denkmal so gut es ging in Ordnung, markierten die Grenzen des Massengrabs mit vom Feld gebrachten Steinen und setzten anschließend Blumen und Zierpflanzen. Die Erinnerung an den Friedhof wurde in der Stadt lebendig. Jetzt machen sie jedes Jahr im Frühling Ordnung auf ihm.
– Auf diesem Friedhof ruhen in einem Massengrab 63 deutsche Soldaten. Sie starben in der Anfangsphase des Ersten Weltkriegs, während der sogenannten Schlacht bei Tannenberg. Auf dem Denkmal befanden sich einst zwei Tafeln mit den Namen der Gefallenen, die jedoch abhanden gekommen sind. Wir haben in der Nähe des Friedhofs nach ihnen gesucht, sie aber nicht gefunden. Deshalb kennen wir die Namen der dort begrabenen Soldaten nicht – sagt Jan Cieśla, der Vorsitzende der Hohensteiner Organisation.
