Mit der Pistole zu … den Kindern
Das passierte am Sonntag, dem 30. März, in Bartenstein während der Osterwerkstatt, die die Gesellschaft der deutschen Minderheit organisiert hatte. Bewaffnet mit Pistolen beaufsichtigten die Eltern ihre Kinder! Unerhört! Was sagt dazu der Sprecher für Kinderrechte?!
Werkstätten, auf denen die Teilnehmer vor jeden Feiertagen Schmuck fabrizieren, sind nichts Neues. Auch die vom 30. März ließ sich normal an. Eingeladen dazu wurden Kinder mit ihren Eltern. Es kamen insgesamt 16 Personen. Jedes Kind bekam einen hölzernen Ring als Basis für die Osterdekoration. An diesem Ring befestigten sie Zierschnüre, Häschen, Eier und andere Dekorationen. Die Eltern hatten die Aufgabe ihren Sprösslingen zu helfen. Und halfen sie? Natürlich.
An jedem Tisch, an dem die Kinder arbeiteten, stand ein Elternteil mit einer Pistole. Zur Sicherheit. Denn das waren Pistolen für Heißkleber und die Eltern fürchteten, dass die Kinder sich beim Kleben des Schmucks selbst verbrennen.
Aber auf derselben Werkstatt existierte noch eine zweite ernste Gefahr. Diesmal bestellte Danuta Niewęgłowska, die sie leitete, kein Pizza oder fertige Mahlzeiten in Schachteln. Sie kaufte Aufschnitt, Käse, Butter, Brot und Gemüse, und ließ die Kinder belegte Brote machen. Manche Mütter waren erschrocken. Und die Kinder?
Die überlebten alles heil und gesund. Und dem, das nicht mit dem Messer schneiden und das Brot mit Butter bestreichen konnten, zeigte das ein anderes.
Diese Werkstatt, die das Blut in den Adern gefrieren ließ, dauerte sechs Stunden. Die Kindern nahmen zufrieden mit den entstandenen Arbeiten diese nach Hause, und einige zum Wettbewerb in Schule und Kulturhaus oder zur Schulkirmes.
Am Tag davor, also am Samstag, dem 29. März, hatten die Erwachsenen einen ähnlichen Unterricht. Auch von ihnen kamen 16 und auch sie arbeiteten am Schmuck sechs Stunden. Dabei kam es jedoch zu keinen dramatischen Szenen, dafür war es voller Erinnerungen daran, wie einst in ihren Häusern die Osterfeiertage vorbereitet wurden.
