Bartenstein – Künstlerische Werkstatt

Bartenstein – Künstlerische Werkstatt

Worin wickelt man am besten eine Kerze ein?

Zu welchem Zweck wickelten die Jugendlichen der Gesellschaft der deutschen Minderheit in Bartenstein dicke Tischkerzen in Papier? Damit es ihnen beim Brennen wärmer ist, damit sie noch dicker sind, damit sie Glühbirnen vorgeben?

Nein, damit sie hübsch sind und man sie als Schmuck für festtägliche Tische aufstellen kann. Aber der Weg von einer gewöhnlichen Kerze zu einer Schmuckkerze ist nicht so einfach. Was man machen kann, dass eine gewöhnliche weiße Kerze eine Schmuckkerze wird – das brachte 15 jungen Menschen während einer künstlerischen Werkstatt am 7. Dezember Danuta Niewęgłowska bei, die Leiterin der Regionaltanzgruppe „Saga“, die nicht nur tänzerisch talentiert ist. Wie also wird eine solche hübsche Kerze gemacht? 

Man wickelt sie in irgendeine interessante Frühstücksserviette oder ein Fragment davon, das unbedingt mit den Händen herausgerissen, aber nicht ausgeschnitten sein sollte. Mit diesem Fetzen umwickelt man die Kerze, und danach noch in Frühstückspapier. So verpackt erwärmt man sie mit heißer Luft aus einem Fön. Unter dem Einfluss der Temperatur schmilzt die Serviette in die Kerze ein und schon gibt es ein Muster. Danach schmückt man nur noch nach eigener Phantasie die Kerze, womit man will: Perlen, fertigen Dekorationen, Blumen usw. Aber es gibt noch eine zweite Schule: man klebt die Serviette auf die Kerze, danach schmiert man sie noch einmal mit Klebstoff ein und schmückt sie mit Zugaben. Diese Technik ergibt einen ähnlichen Effekt wie die erste. 

Unter der fachlichen Aufsicht der Instruktorin schmückten die Jugendlichen die Kerzen mit großem Enthusiasmus. War das eine schwierige Aufgabe? 

Nein, versichert Julia Obcerska aus der achten Klasse aus Werwilten. Aber für Julia ist so ein Unterricht bereits eine einfache Sache. 

– Ich nehme an einer Werkstatt für Weihnachtsschmuck schon das dritte Mal teil. Jedes Mal machen wir etwas neues, sagt sie. Julia ist in dieser Gruppe beinahe ein Profi. Vor kurzem errang sie den ersten Preis beim Kunstwettbewerb der Woiwodschaft Ermland-Masuren KRUS mit dem Titel „Wir haben es sicher auf dem Land”.

Julia plant, ihre Kerze ihrem älteren Bruder zu schenken, der vor kurzem geheiratet hat und ausgezogen ist.

Lena Charkowska aus der dritten und Dagmara Mokrzańska aus der vierten Klasse sind fast die jüngsten Teilnehmerinnen der künstlerischen Werkstatt. Wie gefällt ihnen diese Arbeit?

– Sehr. Es war sogar leicht. Wir sind die besten Freundinnen und mögen beide solchen Unterricht, behaupten sie. Dagmara stellt ihre Kerze ins Wohnzimmer und Lena gibt sie ihrer Mama.

Aber wie sollte es ihr nicht gefallen, wo sie doch in der Pause heiße Pizza bekommen hat. Und das sogar in drei Sorten. 

Bevor sich jedoch alle an das Schmücken der Kerzen machten, hörten sie kurze Informationen über den Advent, die Bedeutung des Adventskranzes, Weihnachtsbräuche und woher diese kommen. Darüber sprachen Paweł Stefański und Daria Pisarek von der Gruppe „Saga“ – obwohl sie Teenager sind, sind sie dort die Senioren. Sie ermunterten auch die Jugendlichen, dem Bund der Jugend der deutschen Minderheit in Polen (BJDM) beizutreten.

Die Werkstatt fand statt dank der finanziellen Unterstützung des Verbands der deutschen sozialkulturellen Gesellschaften in Polen, der Sozialkulturellen Gesellschaft der deutschen Minderheit von Bartenstein und Umgebung sowie dem Bund der Jugend der deutschen Minderheit in Polen.