Erinnerung verlangt Arbeit
Der evangelische Friedhof in Peitschendorf ist schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb und das sieht man. Deswegen wunderte es niemanden, dass bei der Erstellung des jährlichen Arbeitsplans die Gesellschaft „Bärentatze“ gerade ihn für das Aufräumen ausgewählt hat.
Jedes Jahr und das schon lange säubert die „Bärentatze“ vor Allerheiligen Gräber auf den Friedhöfen in ihrem Wirkungsgebiet. In diesem Jahr fand eine solche Aktion am 28. Oktober statt. Dazu hatten sich genau 20 Mitglieder der „Bärentatze“ eingefunden. Sie arbeiteten einige Stunden, säuberten Gräber, rechten Blätter zusammen und entfernten abgebrochene Zweige. Am Ende entzündeten sie Grabkerzen auf den Gräbern und legten Blumen nieder.
Der Friedhof in Peitschendorf unterscheidet sich in einer wesentlichen Einzelheit, unter vielen anderen. Auf ihm steht ein hölzernes Kreuz, an dem eine Gedenktafel auf Deutsch und auf Polnisch hängt. Sie ist den Einwohnern von Peitschendorf gewidmet, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Gestiftet haben sie die Peitschendorfer, die überlebt haben und in der Heimat geblieben sind. Deutsche Zeugnisse der Erinnerung, die die Jahre 1939-45 betreffen, gibt es bei uns sehr wenige.
