Sensburg – Zwei gute Arten, sich zu integrieren und zu helfen

Sensburg – Zwei gute Arten, sich zu integrieren und zu helfen

Kartoffeln und der Schmetterlingseffekt 

Die einfachsten Ideen sind die besten. Die „Bärentatze“ hat zwei Wege gefunden, der Welt zu zeigen, dass es noch echte Masuren gibt.

In Masuren, aber nicht nur dort, halfen sich die Menschen auf dem Land gegenseitig bei der Hof- und Feldarbeit. Die „Bärentatze“ erinnert konsequent an diese gute Tradition. Bereits zum zweiten Mal half sie Irena Półtorak aus Brödienen bei der Kartoffelernte. 

Am Samstag, dem 20. September, erschien ein tatkräftiges Team auf Irenas Kartoffelfeld – 20 Mitglieder der Gesellschaft, darunter viele Kinder, sowie ihr Mann und ihre Söhne. Sie fuhren einen Traktor mit einem Roder, während die anderen entweder Kartoffeln sammelten oder Körbe mit Kartoffeln trugen und diese in die Schaufel eines großen Baggers kippten. Die Jugendlichen waren dabei besonders aktiv. Die Kartoffelernte ging schnell und gründlich vonstatten. Leider fiel die Ernte dieses Jahr geringer aus als im Vorjahr.

Nach der Arbeit gab es eine herzhafte Stärkung von der Wirtin. Jeder durfte sich beim Gehen so viele Kartoffeln mitnehmen, wie er wollte.

„Es wurde viel und heiter geplaudert, es gab viel gute Laune und Energie“, erinnert sich Sebastian Jabłoński, der Initiator der Aktion. 

Die Ernte gefiel allen so gut, dass sie schon jetzt der Bäuerin ihre Hilfe für das kommende Jahr anboten. Die „Bärentatze“ leistete diese Unterstützung erstmals 2023. Und die Dorfbewohner wurden darauf aufmerksam.

Der Schmetterlingseffekt 

Der amerikanische Mathematiker und Meteorologe Edward Norton Lorenz sagte einmal, dass unter günstigen Umständen der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen könnte. Diese Behauptung ist als „Schmetterlingseffekt“ bekannt. Ähnliches ereignete sich kürzlich bei der „Bärentatze“.

Im September besuchte das Ehepaar Weiß aus der Region Osnabrück den Sitz der Gesellschaft. Vor zwanzig Jahren lernte ihre Tochter ein Jahr lang experimentell am Marion-Dönhoff-Lyzeum in Nikolaiken, und seitdem verbringen sie jedes Jahr ihren Urlaub in Masuren.Bei ihrem Besuch zeigten sie Fotos des Friedhofs in Czerwanken, Gemeinde Sensburg. 

Die Fotos waren schön, aber der Friedhof stark vernachlässigt.

„Da wir jedes Jahr vor Allerseelen einen Friedhof aufräumen, dachte ich, wir könnten dieses Mal diesen säubern“, erzählt Sebastian Jabłoński, Mitglied des Vorstands der „Bärentatze“. 

Sicherheitshalber kontaktierte ich den Gemeindebürgermeister, um ihn zu benachrichtigen und sicherzustellen, dass wir das machen dürfen. Er war sehr erfreut und gab mir die Telefonnummer von Natalia Banach, der neuen Dorfvorsteherin von Czerwanken. Auch sie freute sich und sagte ihre Unterstützung in Form ihrer Dorfbewohner zu. 

Wir vereinbarten den 25. Oktober als Termin für die Aufräumaktion. Zehn unserer Leute und ebenso viele Dorfbewohner kamen. Innerhalb von vier Stunden war der Friedhof sauber. „Es war sehr sympathisch“, berichtet Sebastian Jabłoński.

Doch es wurde noch sympathischer, als die Dorfvorsteherin alle zu einem Imbiss in die Pension „Stara Szkoła“ einlud. Nach gemeinsamer Arbeit und gemeinsam am Tisch integrierten sich die alten und neuen Masuren vollständig. 

Ein wahrer Schmetterlingseffekt – und was für ein positiver!