Osterode – Sommerolympiade der Jugend

Osterode – Sommerolympiade der Jugend

Sich für eine gewisse Zeit vom Telefon trennen 

Es war bereits die 10., die Jubiläumsausgabe der Sommerolympiade der Jugend der deutschen Minderheit in Ermland und Masuren, aber die erste, die nicht am Anfang des Sommers stattfand, sondern nach seinem Ende. 

Nach einem Jahr Pause kehrte die Olympiade nach Osterode zurück, auf das Sportgelände des Allgemeinbildenden Lyzeums Nr. 1, das sich im Gebäude des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums befindet und einen sehr guten Sportplatz hat. Sie fand vom 6. bis zum 8. September statt, aber richtig für Sport war nur ein Tag reserviert, Samstag, der 7. September. An diesem Tag nahmen die Jugendlichen nach kurzem Aufwärmen an einem Leichtathletik-Dreikampf teil, der sich aus einem 60-Meter-Lauf, dem Werfen eines Medizinballs mit einem Gewicht von drei Kilogramm und dem Weitsprung aus dem Stand zusammensetzte. Im zweiten Teil der Olympiade spielten die Teilnehmer Volleyball und Fußball. Über den Verlauf der Wettkämpfe wachten die Sportlehrer des Lyzeums.

Die Ergebnisse? Um die ging es hier nicht, obwohl die Mehrheit der Jugendlichen die Rivalität sehr ernst nahm. Einige Personen zeigten ihre sportlichen Fähigkeiten, aber allgemein gesagt ist das Sportniveau unserer Jugendlichen nicht besonders hoch. Das sieht man während der Wettkämpfe ganz deutlich. Ziel der Olympiade ist nicht ausschließlich die sportliche Konkurrenz. Was dann? 

– Das Kennenlernen der Geschichte der Region und der Stadt, in der die jeweilige Ausgabe der Olympiade gerade stattfindet, und die Integration der Jugendlichen, erklärt Damian Wierzchowski, der Vertreter der Landsmannschaft Ostpreußen.

Daher nahm am ersten Nachmittag Henryk Hoch, der Vorsitzende der Osteroder Gesellschaft der deutschen Minderheit „Tannen“ und gleichzeitig des Verbands der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren die Jugendlichen auf einen Ausflug durch die Stadt mit. Während dieses Ausflugs begrüßte sie Rafał Dąbrowski, der Bürgermeister von Osterode. Das geschah am Denkmal der Europäischen Einheit, dem früheren Drei-Kaiser-Brunnen. 

– Und das machte er nicht zum Beifall des Publikums, denn unser Bürgermeister bewegt sich eben genau so durch die Stadt. Am Sonntag hingegen lösten die Jugendlichen ein Quiz über Osterode, Ostpreußen und Deutschland und gingen am Drewenzsee spazieren. 

Und wie wurde das zweite Ziel, die Integration, realisiert? 

Mikołaj Komarzewski ist 13 Jahre alt und damit einer der jüngsten Teilnehmer der Olympiade. Er war zum ersten Mal dabei. Zur Olympiade hat ihn seine Mama angemeldet, und er hatte nichts dagegen, denn… 

– Ich mag Sport. Seit fünf Jahren spiele ich Fußball und spiele in der Jugendmannschaft von Wiktoria Bartoszyce. Es gefällt mir hier, ich habe neue Kollegen kennengelernt. Es ist toll, versichert er. 

Olga Gorzycka ist auf der Olympiade schon eine Seniorin. Sie geht in die zweite Klasse des Lyzeums in Landsberg, tanzt modern dance und ist zum dritten Mal auf den Spielen. 

– Ich nehme an diesen Olympiaden teil, denn es ist toll auf ihnen, ich lerne neue Leute kennen und es passiert etwas. Es ist ähnlich wie beim letzten Mal, aber dennoch anders, also langweile ich mich nicht, stellt sie fest. Dasselbe sagt ihr Klassenkameradin Zuzanna Pawlik, die sofort zugibt, dass Sport sie nicht besonders interessiert. Sie interessiert sich für Spiele, aber sie ließ sich von Olga überreden, denn in einem solchen Fall wie der Olympiade kann man sich eine gewisse Zeit vom Telefon trennen. 

Ist der Termin am Anfang der Ferien besser, oder nach ihrem Ende? Dazu wollten sich die Jugendlichen nicht festlegen. 

An der Olympiade nahmen Personen aus den deutschen Gesellschaften in Bartenstein, Allenstein, Landsberg und Osterode teil. 

Die Sommerolympiade der deutschen Jugend organisierte der Verband der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren in Zusammenarbeit mit der Landsmannschaft Ostpreußen in Deutschland, und finanziert wurde sie vom Ministerium für Inneres und Verwaltung, der Selbstverwaltung der Woiwodschaft Ermland-Masuren sowie der Landsmannschaft Ostpreußen.