Osterode – Ende des Samstagskurses

Osterode – Ende des Samstagskurses

Sie haben Ferien verdient, freuen sich aber nicht 

Die Kinder, die am Samstagskurs der deutschen Gesellschaft „Tannen“ teilnehmen, haben schon Ferien. Sie freuen sich jedoch überhaupt nicht darüber, und ihre Eltern fragen schon, ob es nach den Ferien einen Kurs geben wird.

In Osterode endete am Samstag, dem 1. Juni die Frühlingsausgabe der Samstagsdeutschkurse für Kinder. Das war bereits der fünfte Samstagskurs in dieser Gesellschaft. An ihm nahmen 15 Kinder teil. Wenn es aber mehr Plätze gäbe, würden sie wesentlich mehr eintragen. 

Der Kurs begann Mitte März und dauerte zehn Wochen. Zum Kursende erhielt jedes Kind ein buntes Diplom und eine Mütze für den Sommer. Geleitet hat ihn, wie auch die vorherigen, Agnieszka Zaleska, eine Germanistin von der Grundschule Nr. 4 in Osterode. 

– Zum Kurs meldeten die Eltern Kinder im Alter von 6-11 Jahren an. Die meisten sind sechs Jahre alt. Die meisten Kinder sind Teilnehmer der vorhergehenden Kursen, also sprechen sie schon ein wenig auf Deutsch, versichert die Lehrerin.

Die Samstagkurse sind eine Initiative des Verbands der deutschen sozialkulturellen Gesellschaften in Polen in Oppeln. Der Verband unterstützt die Kurse finanzielle und liefert den Lehrern das Programm und fertige Materialien für ihre Durchführung. Jede 2,5-stündige Einheit hat ein anderes Thema, z.B. Frühling, Berufe, Ostern, Dinosaurier, Familie. Während des Unterrichts lernen die Kinder jedes Mal neuen mit dem Thema verbundenen Wortschatz und Redewendungen kennen.

– Der Unterricht findet in spielerischer Form statt, viel dabei ist Zeichnen, Malen, Kneten und Singen. Zusätzlich bekommen die Kinder zur Hälfte des Unterrichts eine süße Mahlzeit,, also nehmen sie sehr gerne daran teil, fügt Agnieszka Zaleska hinzu.

Aber nicht nur die Kinder sind mit dem Kurs zufrieden. Auch die Eltern ziehen aus ihnen indirekt Nutzen. Einige machen während der Zeit des Unterrichts Einkäufe, andere hingegen gerade umgekehrt – sie bleiben im Sitz der Gesellschaft und unterhalten sich, integrieren sich. Wovon sowohl sie als auch die Gesellschaft „Tannen“ einen Vorteil haben. 

Solche Kurse haben für ihre Kinder in diesem Frühling die Gesellschaften in Osterode, Neidenburg, Allenstein und Sensburg organisiert. Gerade einmal vier von 19 in der Region existierenden. Die Gebühr pro Semester beträgt pro Kind nur 50 Złoty. 

Henryk Hoch, der Vorsitzende der „Tannen“ und gleichzeitig des Verbands der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren, lobt diese Kurse.

– Ich empfehle anderen Organisationen wärmstens, bei sich auch diese Kurse zu organisieren. Das ist ein Nutzen für die Kinder und die Organisation. Der Verband der deutschen sozialkulturellen Gesellschaften in Polen in Oppeln unterstützt diese Kurse nicht nur finanziell, sondern erteilt den durchführenden Organisationen jegliche Hilfe. Von unserer Seite bleibt nur, den Raum zur Verfügung zu stellen, versichert der Vorsitzende. 

Die Samstagskurse werden vom Bundesministerium des Inneren und für Heimat der Bundesrepublik Deutschland sowie dem polnischen Ministerium für Inneres und Verwaltung MSWiA unter Vermittlung des Verbands der deutschen sozialkulturellen Gesellschaften in Polen in Oppeln finanziert.