Die Friedhöfe werden sie nicht vergessen
Das ist das Ende. Die Gesellschaft zur Pflege deutschen Kulturguts „Emil von Behring“ hört auf zu existieren. Diesen Beschluss fassten einstimmig ihre Mitglieder auf der Mitgliederversammlung am 28. Februar. Anwesend waren 14 Personen. Warum haben sie ihre Organisation aufgelöst?
Der Grund ist derselbe wie bei den anderen deutschen Gesellschaften in unserer Region, die liquidiert wurden: das Fehlen eines Kandidaten für die Funktion des Vorsitzenden.
– Ich schaffe es aus Zeitgründen nicht, unsere Gesellschaft zu leiten. Ich bin beruflich im Baugewerbe tätig und das lässt mir keine Zeitreserve für andere Dinge. Ich dachte, dass ich es irgendwie schaffe, aber ich sehe, dass es nicht klappt. Es tut mir leid deswegen, aber ich kann nicht meine Arbeit für ehrenamtliche Arbeit opfern, weil ich davon nicht leben kann, erklärt Jacek Cieśla, der, wie sich zeigt, letzte Vorsitzende von „Behring“. Die Mitglieder der Gesellschaft beschlossen, ihr Vermögen dem Blutspendezentrum in Elganówko zu vermachen, das einer ihrer Mitglieder leitet. Und was wird aus den Menschen?
Sie können in die deutschen Gesellschaften in Allenstein oder in Osterode eintreten.
– Es schmerzt mich, dass die Organisation in Hohenstein sich aufgelöst hat. Ich habe sie überredet, es nicht zu tun, aber eine Organisation ohne Leiter kann nicht existieren. Nehmen wir sie unter unsere Flügel, wenn sie sich an uns wenden. Hohenstein und Osterode trennt keine große Entfernung. Darüber hinaus lagen beide Städte einmal in demselben Landkreis Osterode und um uns kümmert sich dieselbe Heimatkreisgemeinschaft Osterode, sagt Henryk Hoch, der Vorsitzende der Osteroder deutschen Gesellschaft „Tannen“ und gleichzeitig Vorsitzender des Verbands der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren.
Die Gesellschaft zur Pflege deutschen Kulturguts „Emil von Behring“ entstand vor 35 Jahren. Zur Zeit ihrer größten Blüte im Jahr 2000 zählte sie 260 Mitglieder. Heute sind es 42. Die Organisation führte viele Jahre lang eine Sozialstation der Johanniter, und belebte die Erinnerung an ihren Namensgeber wieder, den ersten Nobelpreisträger auf dem Gebiet der Medizin, der in Hohenstein auf das Gymnasium gegangen ist. In der Stadt gibt es eine Straße seines Namens, und an der Schule, die er besucht hat, eine Gedenktafel. Außerdem kümmerte sie sich auch um Friedhöfe aus dem Ersten Weltkrieg, von denen einige sich auf dem Gebiet ihrer Tätigkeit befinden. Jacek Cieśla kündigt an, dass er sich weiter mit Bekannten um sie kümmen wird.
Unterschrift unter dem Bild. Neuer Vorstand der Emil v. Behring Gesellschaft (v. l. Renata Prusaczyk, Jacek Cieśla und Weronika Lewandowska)
