Anklam – Ostpreußentag

Anklam – Ostpreußentag

Im Zeichen des Friedens

Zum 29. Ostpreußentag in Anklam reiste auch in diesem Jahr eine Gruppe aus Ermland und Masuren an. Rund 50 Mitglieder deutscher Minderheiten aus Lötzen, Bartenstein und Heilsberg machten sich auf den Weg nach Mecklenburg-Vorpommern. Für viele war die Fahrt längst zu einer schönen Tradition geworden – bereits zum 17. Mal wurde ein Bus für die gemeinsame Reise organisiert.

Am 11. September ging es für die Teilnehmer bereits in den frühen Morgenstunden los. Schon gegen 4 Uhr machten sich die ersten Reisenden auf den Weg, um der Einladung von Manfred Schukat zum Ostpreußentag in Anklam zu folgen.

Nach der langen Fahrt erreichte die Gruppe schließlich die pommersche Ostseeküste. Da der Check-in im Hotel erst am späten Nachmittag möglich war, hatte Barbara Rużewicz, ehemalige Vorsitzende und langjährige Organisatorin der Reise, einen Spaziergang auf der Strandpromenade von Kolberg vorgeschlagen.

Bei den Jugendlichen der Tanzgruppe „Saga” aus Bartenstein stieß diese Idee allerdings nicht auf ungeteilte Begeisterung. „Mit den Omas und Opas spazieren gehen? Nein! Wir wollen lieber shoppen oder wenigstens zu McDonald’s“, lautete ihr Vorschlag.

Ostpreußentag stand im Zeichen des Friedens

Der Samstag in Anklam verlief anschließend nach dem bewährten Programm der vergangenen Jahre. Den Auftakt bildete der preußische Präsentiermarsch „Alte Kameraden“, gespielt vom Landespolizeiorchester. Danach zogen der Erntekranz und der große Elch, eines der Symbole der Veranstaltung, in die Mehrzweckhalle ein.

Es folgten die Begrüßungsworte der Veranstalter und örtlicher Politiker. Auch Barbara Rużewicz richtete Worte an die Gäste aus Ermland und Masuren. Ein weiterer Gruß kam vom Schulleiter des deutschen Gymnasiums in Memel.

Für einen besonderen historischen Akzent sorgte anschließend ein Briefträger aus dem Jahr 1937 – eine Figur aus Brakupönen im Kreis Gumbinnen. In humorvollen Anekdoten ließ er das Leben im damaligen Ostpreußen wieder lebendig werden.

Der diesjährige Ostpreußentag stand unter dem Motto „Frieden“. Mehr als 700 Besucher kamen nach Anklam. Unter ihnen waren zahlreiche alte Ostpreußen aus verschiedenen Regionen Norddeutschlands, von denen viele selbst Flucht und Vertreibung erlebt hatten.

Musik und Tanz verbinden Generationen

Nach dem gemeinsamen Mittagessen erwartete die Besucher ein abwechslungsreiches Kulturprogramm. Eine Volkstanzgruppe aus Mecklenburg und die Jugendtanzgruppe „Saga” aus Bartenstein brachten mit ihren Auftritten viel Bewegung auf die Bühne.

Auch die Sängerinnen und Sänger des deutschen Gymnasiums aus Memel sowie die Gesangsgruppen aus Lötzen, Bartenstein und Heilsberg begeisterten das Publikum. Mit ihren stimmungsvollen Liedern sorgten sie für viel Applaus und zeigten einmal mehr, dass Musik und Tanz Menschen über Generationen und Grenzen hinweg verbinden können.

Nach dem offiziellen Programm blieb noch Zeit für einen Zwischenstopp in einem Einkaufszentrum in Anklam. Anschließend ging es weiter nach Stettin. Dort ließ die Reisegruppe den ereignisreichen Tag in kleinen Gruppen bei einem gemütlichen Beisammensein im Hotel ausklingen.

Am frühen Sonntagmorgen hieß es schließlich Abschied nehmen. Müde, aber zufrieden und voller Eindrücke traten die Teilnehmer die Heimreise nach Ermland und Masuren an.

Damit ging wieder einmal ein gemeinsamer Ausflug zu Ende, der nicht nur die Erinnerung an Ostpreußen lebendig hielt, sondern auch neue Begegnungen zwischen den Generationen ermöglichte.