Gelungenes Debüt von Patrycja
Dieser Auftritt wird allen sicher im Gedächtnis bleiben: die Schuhe haben nicht überlebt, aber der Tänzer zeigte Klasse. So entstehen Profis.
Samstag, der 6. Juni, war für die Regionaltanzgruppe „Saga“ aus Bartenstein voller Eindrücke! „Saga“ trat beim Treffen der ehemaligen Einwohner von Ostpreußen in Wolfsburg auf.
Der Auftritt setzte sich aus zwei getrennten Teilen zusammen. Im ersten zeigte die Gruppe ostpreußische Tänze, im zweiten deutsche. Er wurde sehr warm vom Publikum aufgenommen.
– Es ging jedoch nicht ohne Abenteuer ab. Einer von unseren Tänzern, Mikołaj Komarzewski, gab alles bis zu dem Grad, dass seine Schuhe das Tempo nicht aushielten und die Sohle verloren. Zum Glück störte ihn das nicht beim Auftritt und er bewahrte eine hervorragende Stimmung. Am Abend erwartete uns ein weiteres wichtiges Ereignis. Zwei neue Tänzerinnen, Tosia Mokszańska und Patrycja Pryt erfuhren die traditionelle Taufe und wurden offiziell in die Gruppe aufgenommen. Patrycja ist erst 6 Jahre alt. Der Auftritt in Wolfsburg war ihr Debüt auf der Bühne und gleich im Ausland, betonte Dorota Cieklińska, die Trainerin und Choreographin von „Saga“.
Die Kinder bekamen für die Schwierigkeiten der Reise und die mit dem Auftritt im großen Saal vor einem riesigen Publikum verbundenen Emotionen eine Belohnung von den Organisatoren des Treffens, der Landsmannschaft Ostpreußen: einen Besuch im Volkswagenmuseum in Wolfsburg. Sogar die Mädchen kamen begeistert wieder heraus.
Dem Auftritt von „Saga“ in Wolfsburg gingen einige Monate Üben sowie ein Trainingslager vom 22. bis zum 24. Mai in Kahlberg voraus. „Saga“ fährt auf dieses Lager schon seit 17 Jahren nach Kahlberg. Warum dorthin?
– Um eine Luftveränderung zu haben, intensiv zu üben, den Kindern ein wenig Attraktionen und eine Gelegenheit zum Lernen von Selbstständigkeit und Kollegialität zu geben, erklärt Danuta Niewęgłowska, die Leiterin von „Saga“, diesmal aus gesundheitlichen Gründen das erste Mal nicht in Kahlberg war.
In Kahlberg im Erholungszentrum „Murena“ gibt es sehr gute Bedingungen zum Üben von Tänzen. Es liegt nah am Meer, und das gefällt den Kindern. Das Training im Lager selbst dauert 10-12 Stunden. Das ist eine große Belastung, denn es dauert von Freitagnachmittag bis zum sonntäglichen Mittagessen. In dieser Zeit übten die Kinder nicht nur das Programm für Wolfsburg, sondern auch die Tänze, die sie in Bartenstein bei der Johannisnacht präsentieren werden, sowie die, die sie zum 30-jährigen Jubiläum der Gruppe in diesem Jahr zeigen werden. Außerdem hatten sie eine Weile zum Aufatmen am Strand. Das Lager lehrt die Kinder auch Ordnung zu halten und einander zu helfen. Und Danuta Radziulewicz erzählte ihnen, was ein Jostenband und zeigte ihnen, wie man es macht. Das ist eine dick gewebtes Band, ein Element der weiblichen Volkstracht in Preußen.
Das Trainingslager in Kahlberg wurde mit Mitteln des Bundesministeriums des Innern durch den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen und mit Hilfe der Landsmannschaft Ostpreußen finanziert.
