Heilsberg – Theaterwerkstatt

Heilsberg – Theaterwerkstatt

Im japanischen Stil

Vom 28. Juli bis zum 4. August wurden auf einer Theaterwerkstatt junge Menschen vom Theater „Spiegel“ aus Heilsberg sowie aus dem Oppelner Schlesien geschult. Dass sie geschult wurde, ist nichts Ungewöhnliches, aber warum gerade im Theater Kamishibai? Und was ist das eigentlich? 

Kamishibai ist eine japanische Theaterkunst. Ihr Name kommt von kami – Papier und shibai – Theater. Es ist ein Bildtheater. Es ist die traditionelle japanische Kunst des Erzählens einer Geschichte mit Hilfe von Illustrationen, die auf Schautafeln aus Karton angefertigt sind, die in eine kleine, flache, hölzerne Kiste geschoben werden, die die Rolle der Bühne einnimmt. Die Handlung der Vorstellung schildert der Erzähler. Aber was hat das mit der Jugend der deutschen Minderheit in Polen gemeinsam? 

– Unsere Theaterwerkstatt findet jedes Jahr statt. Wir haben auf ihr die Bewegung auf der Bühne geübt, Masken und Bühnen-Makeup, Puppentheater, das Füllen des Raums, Arbeit mit der Stimme und das Theater der lebenden Schatten. Jetzt ist die Zeit gekommen für das japanische Theater, denn wir wollen den Jugendlichen zeigen, dass verschieden Kulturen verschiedene Theater ausgearbeitet haben und man sie auf verschiedene Arten nutzen kann, um seine Idee auszudrücken, erklärt Ewa Huss-Nowosielska, die Organisatorin der Werkstatt und eine ihrer Trainerinnen. 

An der Werkstatt, die wie immer im Heilsberger Hotel „Górecki“ stattfand, nahmen 17 junge Personen teil. Sieben aus Heilsberg. Das war hauptsächlich der Nachwuchs des Jugendtheaters „Spiegel“ im Alter von 8-14 Jahren sowie 17 junge Menschen aus dem Oppelner Schlesien unter der Leitung von Beata Sordon vom Haus für deutsch-polnische Zusammenarbeit in Oppeln, die schon auf einer Werkstatt war.

Was übten sie genau? 

Unter der Aufsicht der bildenden Künstlerin Grażyna Kraczek – japanisches Bühnen-Makeup und Illustrationen für das Märchen. Irena Ruszczyk brachte ihnen einen Tanz mit dem Titel „Bielenie płótna“ (etwa „das Bleichen des Leinens“) mit zehn Schärpen bei. Julian Matczak – das Spiel auf Klangröhren und Percussion-Instrumenten, Sylwia Matczak – die Interpretation von Texten, und Ewa Huss-Nowosielska – korrekte Aussprache und Bühnensprache.

Welches Stück hatten sie diesmal vorbereitet? Ein Märchen über Berge, die sich einer Stadt, genauer Heilsberg, genähert haben. Wir sollten es im Dezember auf dem Heilsberger „Bethlehem der Nationen“ zu sehen bekommen. 

Aber nicht nur Übungen füllten den Teilnehmern der Werkstatt die Zeit. Sie besuchten auch Danzig und das Freilichtmuseum in Hohenstein, und besichtigten auch die Heilsberger Burg, in der sie die Rolle als Bedienstete der Burg verkörpern konnten. Außerdem verbrachten sie viel Zeit im Hotelschwimmbad, da ihnen das Wetter gewogen war. 

Die Theaterwerkstatt finanzierten das polnische Ministerium für Inneres und Verwaltung, das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Danzig sowie der Verband der deutschen sozialkulturellen Gesellschaften in Polen in Oppeln.