Und der Turm arbeitet dauernd
Manche Menschen haben Tausende von Kilometern überwunden, um hier vorbeizuschauen und sich davon zu überzeugen, wie das Leben früher in Lyck ausgesehen hat. Andere fanden hier ihre Nächsten. Woher kamen die Gäste des Lycker Museums? Was haben sie gesehen?
Es ist bereits Herbst, und bei uns im Lycker Wasserturm begrüßen wir weiterhin Gäste aus ganz Polen und aus dem Ausland. Davon zeugt unsere Chronik, in die sich die Besucher eintragen. In diesem Jahr hatten wir Gäste aus der ganzen Welt, die Einträge sind in verschiedenen Sprachen, aus Europa, z.B. aus England, Litauen und Lettland, aber auch aus Amerika, z.B. den USA und sogar aus Brasilien. In diesem Jahr kamen viele Menschen aus Deutschland. Unter anderem besuchte uns Wilhelm Nora, ein Kollege von Lothar Jegul aus Schareiken, der uns Exponate für das Museum zur übergab. Jeden Tag besuchte uns jemand. Wie viele wir hatten, haben wir nicht gezählt, aber sicher um die Tausend.
Die Menschen danken uns für das interessante Erzählen der Geschichte Lycks und Masurens. Sie erinnern sich an lang vergangene Jahre, wenn sie die alten Exponate betrachten, die ihnen im Haus und in der Landwirtschaft gedient hatten. Das Sammeln der Exponate ist das Werk von Antoni Szubzda. Alle paar Tage gibt es etwas anderes, altes, interessantes und alles thematisch sortiert. Besonders behandelt werden Gäste aus Deutschland, denn wir haben Abhandlungen über Lyck und den Landkreis, die eingesehen werden können, und Landkarten, auf denen man eine Straße oder ein Haus in Lyck finden kann. Wir haben auch eine Liste der im Zweiten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten, die auf dem Friedhof in Bartossen beerdigt wurden. Darin finden Menschen ihre im Krieg gefallenen Nächsten. Besucher aus Deutschland sind sehr zufrieden, wenn sie die Wohnorte ihrer Eltern oder Großeltern, oder auch die Gräber ihrer Vorfahren auf den alten Dorffriedhöfen finden.
Zum Beispiel kamen am 22. September Besucher aus Białystok und aus Südpolen, die begeistert waren sowohl von der masurischen Mundart als auch von den vielen Exponaten wie einem Waffeleisen, Bügeleisen mit Holzkohle, einer Schneidemaschine für Wurst uvm. Mit Interesse hörten sie auch Erzählungen darüber, wie der Wasserturm funktionierte, der etwa 70 Jahre lang bis 1895 gearbeitet hat.
Wir als Hausherren des Objekts sind zufrieden damit, dass den Menschen das gefallen hat, was sie von der Geschichte Lycks gesehen und gehört haben.
In diesem Jahr haben wir täglich von 10 bis 15 Uhr im Turm Dienst geschoben, manchmal auch länger. Unser Besetzung waren Irene und Antoni Szubzda, Marianna Myszczyńska und Sabina Kozłowska. Geholfen hat uns Tatiana Kalchert. Ab Oktober ist das Museum schon geschlossen, aber unsere Vorsitzende öffnet es nach vorheriger telefonischer Anmeldung.
