Über 1000 Personen nahmen am diesjährigen Ostpreußentreffen teil, das diesmal in Wolfsburg stattfand. Unter ihnen war auch eine Delegation der Landsleute aus der alten Heimat.
Das Treffen fand am 11. Mai in einer riesigen Halle des Kongressparks statt. Es begann wie gewöhnlich mit dem effektiven Hereintragen der Standarten der ostpreußischen Städte. Die zahlreichen aus ganz Deutschland gekommenen Gäste begrüßte Stephan Grigat, der Vorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen. Die geistliche Begrüßung überbrachte ihnen der aus Allenstein angereiste Domherr Andre Schmeier, der katholische Seelsorger der deutschen Minderheit in der alten Heimat. Die Teilnehmer des Treffens begrüßte auch Henryk Hoch, der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren. Er sagte ihnen, womit sich der Verband befasst, wie die zu ihm gehörenden Gesellschaften tätig sind, welche Errungenschaften sie haben und welche Schwierigkeiten. Besondere Aufmerksamkeit widmete er der Frage des Unterrichts in Deutsch als Muttersprache an polnischen Schulen. Diese Unterrichtsform entwickelt sich gut, informierte er, und das dank der Demokratisierung des Lebens in Polen. Am Ende ermunterte er die Landsleute, in die alte Heimat zurückzukehren, in der sie gute Lebensbedingungen finden. Er lud auch alle zum diesjährigen Sommerfest des Verbandes nach Heilsberg ein. Für diese Worte belohnten in die Versammelten mit großem Beifall. Ein wichtiger Moment war das Überreichen des Ostpreußischen Kulturpreises. In diesem Jahr nahm ihn aus den Händen von Stephan Grigat Dr. Christopher Spatz entgegen, ein junger deutscher Historiker, der seine wissenschaftlichen Forschungen den „Wolfskindern“ gewidmet hat, also Waisenkindern, die als Resultat des Krieges ihre Eltern verloren hatten und 1945 allein in Ostpreußen geblieben waren. Es wird geschätzt, dass es sogar bis 10.000 gewesen sein können. Einladung zur Rückkehr Über 1000 Personen nahmen am diesjährigen Ostpreußentreffen teil, das diesmal in Wolfsburg stattfand. Unter ihnen war auch eine Delegation der Landsleute aus der alten Heimat. Im künstlerischen Teil trat die Opernsängerin Isabelle Kusari, eine Mezzosopranistin, auf. Sie sang schön – ostpreußische Lieder, womit sie schnell die Herzen des Publikums eroberte. Ostpreußische Lieder sang auch der unverwüstliche BernStein. Ein weiteres ostpreußisches Element war der Auftritt der Regionaltanzgruppe „Saga“ aus Bartenstein unter der Leitung von Danuta Niewęgłowska. Die jungen Tänzer aus der alten Heimat gefielen dem Publikum sehr und sie erhielten langen Applaus. Das Blasorchester aus Wolfsburg – die Siebenbürger Blaskapelle Wolfsburg, die die Zeit vor der offiziellen Eröffnung des Konzerts angenehm gestaltete, präsentierte bereits ein Repertoire aus Klassikern der Unterhaltungsmusik. Viel passierte auch am Rande des Treffens. Dr. Christopher Spatz signierte dort sein Buch über die Wolfskinder „Nur der Himmel blieb derselbe: Ostpreußens Hungerkinder erzählen vom Überleben“. Jede Kreisgemeinschaft hatte ihren Stand, auf dem sie Informationsmaterialien und Andenken präsentierte oder verkaufte. Am Stand von Osterode z.B. konnte man kostenlos Exemplare unsere Monatsschrift erhalten. Eine interessante Idee war das Märchenzelt. Drei Stunden lang lasen junge Menschen in ihm allen Interessierten ostund westpreußische Märchen vor. l
