Ich teile gerne mit den Leuten
Przemysław Mohr, so heißt der neue Vorsitzende der Gesellschaft der deutschen Minderheit „Bärentatze“ in Sensburg. Er war der einzige Kandidat für diesen Posten.
Seit kurzem ist der neue Vorsitzende der „Bärentatze“ Przemysław Mohr. Sein Vorgänger Sebastian Jabłoński hat sich aus persönlichen Gründen nicht um eine Wiederwahl beworben. Auf der Hauptversammlung, die Mitte März stattfand, auf der Przemysław Mohr übrigens nicht wahr, wurde also nur ein neuer Vorstand gewählt, aber ohne Vorsitzenden.
– Dieser Vorstand hat mich auf seine Versammlung einige Tage später eingeladen und mir den Chefsessel angeboten. Ich habe den Vorschlag angenommen, weil kein Anderer interessiert war, und mir unsere Organisation nicht gleichgültig ist und ich nicht will, dass sie untergeht, erklärt die Umstände seiner Wahl Przemysław Mohr.
Nach einem Monat hat das Registergericht die Änderungen in der „Bärentatze“ bestätigt. Wer ist der neue Chef dieser Gesellschaft?
Er ist 46 Jahre alt, verheiratet und hat vier Kinder. Eine mittlere Ausbildung. Er führt einen Service für medizinisches Gerät und den Eisenwarenladen „Kodmet“ Sensburg, früher „Kuźnia“. In freien Momenten schießt er, jagt, taucht und fährt Lastwagen. Er engagiert sich gesellschaftlich auch bei der Freiwilligen Feuerwehr und hat sogar ein eigenes Feuerwehrauto.
In die „Bärentatze“ hat ihn als kleiner Junge sein Vater eingeführt.
– Seit damals bin ich ihr dauernd verbunden, versichert er.
Der neue Vorsitzende hat vor, die bisherige Form der Tätigkeit der Gesellschaft beizubehalten, will aber zusätzlich die älteren Mitglieder der Gesellschaft aktivieren und junge anziehen. Wie will er das machen?
– Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass Menschen eigennützig sind und aus ihrer Tätigkeit irgendeinen Nutzen ziehen wollen. Als wir die Johanniterstation hatten und viele Spenden verteilt haben, hatten wir viele Mitglieder. Aber die Menschen haben auch das Bedürfnis, sich zu versammeln. Deswegen wird eine meiner ersten Maßnahmen sein, unsere Organisation nach außen zu zeigen, in der Stadt und im Landkreis. Ich habe die Idee, beim Erntedankfest des Kreises unsere Stand mit masurischen Gerichten aufzustellen. Außerdem haben unsere Mitglieder verschieden interessante Fähigkeiten, also fände ich es schön, wenn sie diese auf Treffen den anderen zeigen, sich dessen rühmen, was sie können, und es den anderen beibringen. Wir haben dafür gute Bedingungen, denn unser Sitz verfügt über entsprechende Säle. Und daher werden die, die zu den Treffen kommen, etwas Neues lernen, also einen Nutzen haben.
Und wie will der neue Chef die Jugend anziehen, der im Allgemeinen der Kontakt in den sozialen Medien ausreicht? Mit ihnen seine Interessen teilen. Also…
– Zum Beispiel ihr leichtes Survival beibringen. Wir haben dafür in Sensburg und Umgebung sehr gute Bedingungen. In den sozialen Medien rühmen sich die Leute, dass sie zwei Tage ohne Strom überlebt haben. Ich kenne Jugendliche, die nicht wissen, wie man Holz spaltet. Für solche Menschen würde ich gerne Lager organisieren und ihnen z.B. beibringen, wie man im Wald überlebt, wie man ein Lagerfeuer anzündet usw. Das ist nichts Großes. So ein Survival kennt jede von unseren Omas, aber vielen Jugendlichen gefällt das und ich denke, dass kann sie zu uns ziehen. Und weil ich gerne mit den Menschen meine Leidenschaften und Ideen teile, denke ich dass es zu diesen Schulungen kommen wird, erklärt der neue Chef seine Pläne.
Die Gesellschaft „Bärentatze“ existiert seit dem Jahr 1991 und zählt etwa 90 Mitglieder. In ihrer besten Zeit, im Jahr 2000, gehörten ihr etwa 1.400 Personen an. Von allen deutschen Gesellschaften in unserer Region hat sie die größte Zahl an Vorsitzenden. Przemysław Mohr ist der achte.
Der neue Vorstand der Gesellschaft „Bärentatze“:
- Przemysław Mohr – Vorsitzender
- Rafał Kossakowski – Vizevorsitzender,
- Elżbieta Krzemińska – Sekretärin
- Elżbieta Jankowska – Schatzmeisterin
- Bogdan Bzura, Agnieszka Zelent, Sebastian Jabłoński, Sabina Lemecha, Monika Kinalska – Mitglieder.
