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25 Bethlehem die Nationen

Michał
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 „Spiegel“ bricht ein Familientabu

Ähnlich, vorhersehbar und didaktisch, und gleichzeitig warm, herzergreifend und voller Anmut. So ist immer schon das Heilsberger Bethlehem der Nationen. Und das bereits das 25. Mal. Es ist die am längsten dauernde kulturelle Veranstaltung in dieser Stadt. 

 Es ist eine kalte Dezembernacht. Über die Erde wandeln der Heilige Josef und Mari mit dem neu geborenen Kind. Für sie ist kein Platz in irgendeiner Herberge, also suchen sie ihn für sich irgendwo. Müde ruhen sie sich in einer kleine Stadt aus – Heilsberg. Überrascht hören sie, dass hier die Menschen Weihnachtslieder in drei Sprachen singen: deutsch, ukrainisch und polnisch. Was ist das für eine seltsame Stadt – überlegen sie.

Das ist die Grundlage jedes Adventstreffens Bethlehem der Nationen in Heilsberg. Und so war es auch zuletzt, am 9. Dezember 2018. Szenen aus der Wanderung von Maria und dem Hl. Josef verweben die Jugendlichen, die auf der Bühne des Gemeindekulturzentrums in Neuhof bei Heilsberg auftreten, mit dem Singen von deutschen, ukrainischen und polnischen Weihnachtsliedern. Das Drehbuch das gleiche, die Weihnachtslieder dieselben, aber jedes Mal andere Kinder, also langweilt das Treffen nicht. Seit einiger Zeit hat das Bethlehem der Nationen noch ein zweites Motiv – eine Aufführung. Schon zum dritten Mal in Folge gab das Jugendtheater „Spiegel“ auf ihm die Premiere ihres neuesten Stücks. Diesmal war es eine Aufführung unter dem Titel „Margots Löffel“ von der unermüdlichen Ewa Huss-Nowosielska unter der Regie von Sylwia Matczak. Das Stück betrifft die Suche nach den Wurzeln. Nach Heilsberg kommen zum Schüleraustausch junge Deutsche, und unter ihnen ein Junge, der auf einem der Bilder einer Ausstellung von Photos aus der Kriegszeit die Photographie einer Polin bemerkt, der Kriegsverlobten seines Großvaters. Diese Polin ist die Großmutter einer der Teilnehmerinnen der Heilsberger Schule. Diese Entdeckung zwingt die Mutter der Schülerin mit einer Abneigung gegen Deutsche, ihrer Tochter ein Familiengeheimnis zu enthüllen: ihre Großmutter brachte aus dem Krieg ein Kind mit, nämlich sie, die Mutter, also hätten sie und der junge Deutsche einen gemeinsamen Großvater. Und was hat der Löffel aus dem Titel damit zu tun? Das sind die einzigen zwei Andenken der Kriegsverlobten, die ihnen geblieben sind und die die Enkel erkannt haben.

Die ehrgeizige und schwierige Aufführung wurde vom Publikum gut aufgenommen und mit großem Beifall belohnt. Solche Geschichten sind in Heilsberg, wo drei Nationen aufeinander stoßen, nichts Ungewöhnliches, ebenso wenig  der Film „Róża“ mit seiner Enthüllung, aber woanders können sie Menschen schockieren, die mit einer anderen Überlieferung der Geschichte vertraut sind.

Bethlehem der Nationen hat noch eine dritte Dimension, die Werkstatt im Erholungszentrum „Zacisze Leśne“. Dort lernten in den Tagen vom 7. bis 9. Dezember die Jugendlichen unter den Augen der Leiter Agnieszka Krzywiel, Danuta Niewęgłowska, Małgorzata Żamejść und Nadia Ortyńska Gesang und Tänze, und fertigten Christbaumkugeln und Weihnachtskarten an, die sie später an die Teilnehmer des Adventstreffens verteilte, an dem 160 Personen teilnahmen.  

Sponsoren des 25. Bethlehem der Nationen und der Werkstatt waren das Ministerium für Inneres und Verwaltung, die Stiftung für die Entwicklung Schlesiens, der Verband der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren, der Bürgermeister von Heilsberg, der Landrat des Kreises Heilsberg sowie das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Danzig, Organisator die Gesellschaft der deutschen Minderheit „Warmia“ in Heilsberg. An der Werkstatt nahmen 60 Schüler aus den Schulen mit ukrainischer Unterrichtssprache in Bartenstein, Kanditten und Landsberg, aus der deutschen Minderheit in Heilsberg sowie aus der Grundschule in Frankenau mit Unterricht in Deutsch als Muttersprache teil.  Es traten auch die Volkstanzgruppe „Saga“ aus Bartenstein und der Chor „Warmia“ aus Heilsberg auf.
Uwe Hahnkamp